Musik-Tipps
Rock Against Bush Vol.1 [DOPPEL-CD] - diverse Interpreten Rock Against Bush Vol.1 [Doppel-CD] 
- diverse Interpreten

Bei "Rock against Bush" handelt es sich um einen Sampler aus dem Hause Fatwreck Chords (Heim von Lagwagon, NOFX etc.) und dieser bietet 26 klasse Songs von Punkrock über Hardcore bis Reggae...
R.a.B. wird auf jeden Fall seinen Weg machen, da zum ersten populäre Bands wie SUM 41 und Ministry vertreten sind und zum zweiten, der Sampler ein richtig wichtiges Thema hat, nämlich die Auseinandersetzung mit der USA-Regierung unter Bush und ähnlich wie viele thematischen Sampler aus der Vergangenheit, wird auch dieser höchstwahrscheinlich zu einer kleinen Legende in der Szene werden, da die Bands all das repräsentieren, was man an Punkrock derzeit überall zu hören bekommt.
Mehr als die Hälfte der Songs sind unveröffentlicht und deshalb ist der Preis von 9.90 Euro mehr als gerechtfertigt, wo doch noch eine Bonus-DVD beiliegt, auf der sich Musikvideos und interessante Kurzfilme befinden... 
Alles in Allem eine wunderbare Zusammenstellung mit höchst-politischem Inhalt, welcher wahrscheinlich wieder einigen konservativen Personen auf dieser Welt schlecht aufstoßen wird... 

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50 Jahre Rock - Thomas Gottschalk präsentiert ... [DOPPEL-CD] - diverse Interpreten 50 Jahre Rock - Thomas Gottschalk präsentiert... [Doppel-CD] - diverse Interpreten

Viele klassische Rockstücke sind dabei, die einfach grooven und ins Blut gehen. Ich vermisse aber bekannte Namen wie die Beatles, den Stones oder Queen zum Beispiel.
Dies liegt wohl aber nicht an der mangelnden Kenntnis über den "echten" Rock seitens von Thomas Gottschalk, nein, es liegt viel mehr daran, das die ZDF Prodkutionsfirma nicht die Rechte erhalten hat, viele Songs auf CD zu brennen. 
Schade eigentlich, aber da kann das ZDF oder Gottschalk ja nichts dafür, wenn die Rechteinhaber sich weigern... 
Die Musik macht Spass und die CD ist ihr Geld wert. Auch wenn es schmerzt, das einige bekannte Interpreten fehlen.

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Anastacia (2004) - Anastacia Anastacia (2004) - Anastacia

Nach ihrer mit Erfolg überstandenen Erkrankung meldet sich Anastacia auf ihrem gleichnamigen neuen Album vitaler und vielseitiger den je zurück. Die Sängerin und Songwriterin spielte mit Unterstützung von Glen Ballard (Alanis Morrissette), Dallas Austin (Pink, Madonna, TLC) und Dave Stewart das abwechslungsreichste Album ihrer Karriere ein. 

Die Mixtur aus Rock-, Pop- und Soul-Elementen hat sie beibehalten, doch die zwölf Tracks klingen so energetisch und lebendig wie nie zuvor. Vergleicht man Anastacia mit dem Vorgängeralbum Freak Of Nature, dann fällt auf, welche eindrucksvollen Fortschritte die Künstlerin gemacht hat. Songs wie der kräftig rockende Opener "Seasons Change" oder das nicht weniger zielstrebig voranschreitende "Left Outside Alone" überzeugen neben eingängigen Melodien vor allem durch die exzellente Gesangsperformance von Anastacia. Doch auch die Liebhaber von geschmackvoll inszenierten Balladen kommen bei Stücken wie dem mit opulentem Streichersound veredelten "Heavy On My Heart" voll auf ihre Kosten. 

Anastacia erweist sich, egal ob bei rockigen Hymnen oder eleganten Midtempo-Nummern, als wahre Meisterin der Emotionen. Mit ihrer Stimme ist sie mühelos in der Lage auf überzeugende Weise jeden Gemütszustand passend zu illustrieren. Dass sie sich in der zurückliegenden Zeit viele Gedanken über sich und die Welt gemacht hat, wird bei Songs wie "Where Do I Belong" und "Welcome To My Truth" deutlich, die noch einmal eindringliche den Reifeprozess der Künstlerin aufzeigen, der auch mit Anastacia noch nicht abgeschlossen ist.

- Norbert Schiegl / AMAZON
Funky Abba - Nils Landgren Funk Unit Funky Abba - Nils Landgren Funk Unit

Dass sich der schwedische Posaunist Nils Landgren früher oder später ans ABBA-Erbe machen würde, überrascht kaum. Trotz einer ganz anderen Musiksprache hat es Mr. Redhorn mittlerweile selbst zu internationalem Ruhm gebracht und lässt mit seiner Funk Unit jeden Konzertsaal mit Leichtigkeit erbeben. Vor vielen Jahren übrigens wurde Landgren selbst einmal von Benny Andersson ins Studio gebeten, um den ABBA-Song "Voulez-Vous" mit seiner Posaune anzureichern. Landgren legt für seinen Tribut an das legendäre Pop-Quartett allerdings eine andere Zeitrechnung vor: Funky ABBA erscheint genau zum 30-jährigen Jubiläum von ABBAs Sieg beim Grand Prix d'Eurovision, womit sie den internationalen Durchbruch schafften. 

Auf seinem Album präsentiert Landgren nicht nur einige der größten Hits, sondern hat sie auch noch im Polar Studio A eingespielt, in dem einst alle ABBA-Songs entstanden waren. Und sogar Benny Andersson gibt sich auf dem Bonustrack am Flügel die Ehre. Das ist übrigens das einzige Lied, das nicht funky geraten ist. Ansonsten hält der programmatische Titel, was er verspricht. Funky ABBA ist ein liebenswürdiger Geniestreich, der die ABBA-Hits durch den Groove der Funk Unit passiert, ihnen ein paar Jazzharmonien sowie etwas Retro-Feeling beigibt und sie erfrischend durch Rap-Einlagen aktualisiert. 

Den coolen Sprechgesang übernimmt Magnum Coltrane Price. Aber auch Landgrens gebrochene Stimme ist mit dabei. Die weiblichen Vokalparts übernehmen Sharon Dyall und Viktoria Tolstoy. Trompeter Till Brönner liefert als Gast ein hübsches jazziges Bläserarrangement in "Knowing Me, Knowing You". Dabei ist keiner der Songs wirklich gecovert, sondern jedes Stück dient vielmehr als Rohmaterial für spritzige Neuerfindungen. Das Ergebnis ist ein Groove, der beileibe nicht nur ABBA-Fans in die Beine gehen dürfte.

- Roman Rhode / AMAZON
Greatest Hits - Guns N' Roses Greatest Hits - Guns N' Roses

Wenn der Zahn der Zeit tatsächlich der beste Härtetest ist, dann ist diese Platte Greatest Hits der Guns N' Roses der beste Beweis dafür, dass es sich tatsächlich um eine der besten Rock'n'Roll-Bands der Welt handelt. Ihre Altersgenossen erscheinen bei einem Rückblick so sanft wie Schoßhündchen. Die Bad Boys aus L.A. hingegen rocken drauf los wie die Götter. Man braucht sich nur einmal die ersten sonnendurchfluteten Akkorde von "Paradise City" und den darauf folgenden Rausch im Stadionformat anzuhören: Dann kommt es einem völlig normal vor, Lederhosen und ein buntes Halstuch zu tragen. 

Natürlich war es für sie enorm hilfreich, dass Sex, Drogen und Rock'n'Roll zu ihrem Lebensstil gehörten und nicht nur modische Zutaten waren. Wenn Axl Rose in "Welcome To The Jungle" wie ein Besessener losjault "I wanna watch you bleed", dann fällt es gar nicht schwer zu glauben, dass er es absolut ernst meint. Aber sein ebenso erstaunlich poetisches Naturell brachte auch bewegende Love-Songs hervor wie "Patience" und "Sweet Child Of Mine". 

Keines ihrer darauf folgenden Alben kam an die drogenbesessene Stimmung von Appetite For Destruction heran. Aber sie hatten -- wie Greatest Hits in Erinnerung bringt -- immer noch ihre glanzvollen Augenblicke. Aus dem pompösen Use Your Illusion I & II kamen ultimative Rockballaden wie "Don't Cry" und "November Rain" und die urwüchsige Wut von "You Could Be Mine". Die Covers von The Spaghetti Incident kann man zwar so ziemlich alle vergessen, aber dass sie sich zum Schluss frech durch "Sympathy For The Devil" der Rolling Stones hindurchschlängeln, scheint wiederum absolut passend.

- Dan Gennoe / AMAZON
Baptism - Lenny Kravitz Baptism - Lenny Kravitz

"Baptism" ist das nunmehr 7. Studioalbum des Ausnahmekünstlers und Multitalents, der mit über 2,5 Mio Tonträgern allein in Deutschland einer der erfolgreichsten Künstler der 90er Jahre und des beginnenden Jahrtausends ist. Mit einer ausverkauften Tournee im Jahr 2002 (+ Headliner bei Rock am Ring / Rock im Park) und Auftritten bei ´Wetten dass..??´ und dem Echo 2002 untermauerte er mit seinem letzten Album ´Lenny´ den Superstar-Status, den er in Deutschland besitzt und hatte dabei mit ´Stillness Of Heart´ und ´Believe In Me´ zwei Hitsingles, die das Album über ein Jahr in den deutschen Albumcharts hielten und die Verkäufe auf über 300.000 Einheiten schnellen ließ. Auf "Baptism" sind 13 neue Tracks vertreten, darunter das zusammen mit Jay-Z aufgenommene ´Storm´, auf dem Lenny erstmalig mit einem Rapper auf seinem eigenen Album zusammengearbeitet hat. Alle weiteren Songs wurden, mit Ausnahme der Bläser, von LENNY eingespielt und produziert.

- (EMI) / AMAZON
So Called Chaos [Enhanced] - Alanis Morissette So Called Chaos [Enhanced] - Alanis Morissette

Nach 2 Jahren kreativer Pause, einer großen Welttournee hat es die Alanis doch tatsächlich geschafft, ein Meisterwerk zu kreieren! Man erinnere sich bloss mal an ihr Debut "Jagged Little Pill" ein Meilenstein war das! "So-Called Chaos" hat auf jeden Fall das gleiche Potential. 
Schon die erste Single-Auskopplung "Everything" zeigt, dass sich Alanis mit jedem Album weiterentwickelt hat...und wenn einige nach ihrem umstrittenen letzten Ablum "Under Rug Swept" enttäuscht waren, mit ihrem neuen Silberling macht sie es allemal gut! 
Auf "So-Called Chaos" ist nahezu alles vertreten:
Rockige, kraftvolle Nummern wie das geniale "Eight Easy Steps" oder der Titeltrack "So-Called Chaos"...
Eine Ballade ist auch dabei ("This Grudge") und eingängige Nummern wie "Everything" und "Doth I Protest Too Much"...
Interessant und etwas indisch angehaucht ist der Track "Knees Of My Bees", den sie für ihren Freund Ryan geschrieben hat... 
Alles in allem ein tolles Comeback von Lani, wie man es sich erhofft hat. Schade nur, dass ihre Mundharmonika nicht zum Einsatz kommt.
Man merkt auf "So-Called Chaos" deutlich, dass Alanis ausgeglichen und glücklich ist...und der Hörer wird es sicherlich auch sein! 

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Me and Mr. Johnson (Jewelcase) - Eric Clapton Me and Mr. Johnson (Jewelcase) - Eric Clapton

Was Eric Clapton mit seinen teilweise Prominenten Begleitmusiker (Billy Preston, Andy Fairweather Low) da zu CD gebracht hat sucht seines gleichen.
Robert Johnson der, Gerüchten zufolge, vergiftet wurde, war ein Bluesmusiker der Klassiker geschrieben hat wie z.B. "Swett home Chicago". Clapton interpretiert dieser in seiner Art, die ziemlich nah am Original orientiert sind.
Mann könnte sich allerdings Wünschen, daß er mehr zur Akustik-Gitarre gegriffen hätte und nicht alles elektrisch gespielt hätte. Trotzdem wird jeder Freund der Bluesmusik mit dieser CD zufrieden sein.

- AMAZON
The Girl in the Other Room - Diana Krall The Girl in the Other Room - Diana Krall

Diana Krall hat seit ihrem letzten, mit Platin und Grammys verwöhnten Album The Look Of Love einiges erlebt: Schönes, wie die Heirat mit dem britischen Song-Genie Elvis Costello, und Tragisches, wie den Tod ihrer Mutter. Die Kerben in ihrer bislang so glamourös wirkende Biografie blieben natürlich nicht ohne Wirkung -- auch musikalisch. Dennoch gehört auch eine Portion Mut dazu, wie sie sich mit ihrem neuen Album The Girl In The Other Room präsentiert. 
Sie setzt auf Risiko -- und kann dabei höchstens an Profil gewinnen. Denn unter kommerziellen Gesichtspunkten betreibt die Kanadierin mit Wohnsitz New York ein verwegenes Vabanque-Spiel. Schließlich hätte sie bequem weiter auf ihre Erfolgsformel setzen können: gefälligen Jazz-Standards und Burt Bacharach ein Prise Sex einzuhauchen. Doch was macht Diana Krall? Sie zeigt ihr ungeschminktes Gesicht und offenbart dabei einen Blick in ihre Seele. 
Von einer Hand voll hochkarätiger Musiker begleitet (darunter Drummer Peter Erskine und Bassist Christian McBride), interpretiert sie einerseits mit gewohnt cooler Verve aber neuer Intensität ein halbes Dutzend, für sie recht ungewöhnliche Songs. Zum Beispiel den Opener "Stop This World", ein träger Shuffle von Blues-Veteran Mose Allison; oder "Temptation", ein Schmuckstück aus der Kollektion von Tom Waits; oder die Verneigung vor ihrer Landsmännin Joni Mitchell -- "Black Crow". Schwerfällig wie der Mississippi im Hochsommer schiebt das in der Interpretation von Bonnie Raitt bekannt gewordene "Love Me Like A Man" daher, ein weiterer pechschwarzer Blues. 
Die andere Hälfte der CD sind Eigengewächse aus dem Hause Krall/Costello. Wer bei diesen Genen auf wahre Song-Wunderkinder hofft, liegt nicht so ganz falsch. Titel wie der ungeheuer dynamisch swingende Titelsong, der Big-City-Blues "I've Changed My Address" oder das bei aller Melancholie irgendwie hoffnungsfrohe "Departure Bay" sind prächtige Beispiele für höchste Songschreiber-Kunst. Vier-, Fünf-Minuten-Werke, die einfach alles haben: Geist, Sex, Hirn, Herz, Gefühl -- und die ihren Stammbaum nicht verleugnen können. So lassen sich die rauchige Stimme, das flinke Händchen am Klavier natürlich klar Diana Krall zuschreiben, die hintergründige, metaphernreiche Wortgewalt und die raffinierten Melodiebögen und -wendungen sind dagegen ganz Elvis Costello. 
Fazit: Das schöne Gesicht des Jazz hat seine ersten Falten bekommen -- und ist dabei nur noch attraktiver geworden. Ein Meisterwerk!

- Gunther Matejka / AMAZON
Trampin' - Patti Smith Trampin' - Patti Smith
Mit „Trampin’“ veröffentlicht Patti Smith das neunte Album ihrer fast dreißigjährigen Karriere, die 1975 mit der legendären LP „Horses“ begann. 
Patti Smiths Band hatte sich 1996 zusammengefunden und besteht heute aus Gitarrist Lenny Kaye, Drummer Jay Dee Daugherty (beide hatten bereits auf „Horses“ mitgewirkt), Bassist/Keyboarder Tony Shanahan und Gitarrist Oliver Ray. „Trampin“ ist das mittlerweile vierte Album in dieser Konstellation. Die Aufnahmen fanden im „Loho Studio“ in New York statt. Ihr Debüt auf „Trampin’“ feiert Pattis Tochter Jesse, die die Klavierbegleitung des Titelstücks beisteuerte. Abgemischt wurde „Trampin’“ von Patrick McCarthy, der u.a. bereits für U2, R.E.M., Madonna, die Counting Crows und Shakira tätig war. 
- (Sony Music International) / AMAZON
Musicology [Enhanced] - Prince Musicology [Enhanced] - Prince

Die Formkurve von Prince Rogers Nelson zeigt in den letzten Jahren kontinuierlich nach oben. Auch wenn die letzten beiden Alben, The Rainbow Children (2001) und N.E.W.S. (2003), von ihrer musikalischen Ausrichtung doch sehr verschieden waren, zeigten sie doch eins mehr als deutlich: Prince hat sich nachhaltig aus dem kreativen Tief der 1990er-Jahre befreit. 

Auf Musicology präsentiert sich der Musiker zusammen mit seiner Band The New Power Generation in bestechender Form. Im Vergleich zu seinem letzten Album, das aus vier jeweils 14 Minuten langen Instrumentalstücken bestand, kehrt Prince diesmal zu einem klassischen Song-Format zurück. Mit Stücken wie "Life 'O' The Party" oder "Call My Name" knüpft er nahtlos dort an, wo er 1988 mit Lovesexy aufgehört hat. Eine rein nostalgische Veranstaltung ist Musicology deshalb noch lange nicht, denn Prince verfügt über ein beachtliches Gespür dafür, trotz des hohen Wiedererkennungswertes der meisten Songs, sich nicht permanent zu wiederholen. 

Ihm gelingt es in Songs wie "Illusion, Coma, Pimp & Circumstance" oder "Cinnamon Girl" mühelos, seine Mitstreiter zu Höchstleistungen zu animieren. Wie immer deckt er dabei ein breites Stilspektrum ab, zwischen Pop, Rock, Soul, R'n'B, Funk, Blues und Jazz. Ein musikalischer Gemischtwarenladen ist Musicology deshalb auch nicht. Noch immer kann ihm so gut wie niemand das Wasser zu reichen, wenn er bei dem mit einem unwiderstehlichen Funk-Groove ausgestatteten Titelsong oder dem mit ein paar wundervollen Harmonien angereicherten "If Eye Was The Man In Ur Life" so richtig in Fahrt kommt.

- Norbert Schiegl / AMAZON
Patience - George Michael Patience - George Michael 

Georgios Kyriacos Panayiotou alias George Michael hat es acht Jahre nach Older nun doch noch geschafft, endlich wieder ein vollwertiges Studioalbum abzuliefern. Ob es wirklich sein letztes sein wird, wie der Künstler bekannt gegeben hat, bleibt abzuwarten. Sollte die Entscheidung wirklich Bestand haben, dann ist George Michael mit Patience ein würdiger Abschied gelungen, vor allem auch deshalb, weil er sich wieder ganz auf seine Stärken als Songwriter besinnt und auf jeden überflüssigen Ballast verzichtet. 

Stücke wie "Amazing", die erste Single, die er zusammen mit Johnny Douglas (Koproduzent von Older) geschrieben hat, oder das im Downtempo-Bereich angesiedelte "John And Elvis Are Dead" überzeugen neben ihrem aufgeräumten Klangdesign, da ist einfach kein Platz für überflüssige Verzierungen, vor allem durch die starke Gesangsperformance von George Michael, der auch für die Produktion und die Arrangements des Albums alleine verantwortlich zeichnet. 

Einen Ausfall sucht man auf dem Longplayer vergeblich. George Michael liefert mit Songs wie dem lässig groovenden "Cars And Trains" und dem mit einer betörenden Melodie veredelten "Round Here" genug schlagkräftige Argumente, warum man das Ende seiner Karriere ausgiebig bedauern sollte. Es gibt in der heutigen Musikszene einfach zu wenig Songwriter, die Stücke in der Qualität von "My Mother Had A Brother" oder "Flawless (Go To The City)" abliefern.

- Norbert Schiegl / Amazon
Herz - Rosenstolz Herz - Rosenstolz

Hand aufs Herz. Das Berliner Duo Rosenstolz hat immer schon aufs Herz gezielt, neuerdings mit der gleichnamigen CD Herz. Die Suche nach der Liebe, über die man stolpert, an der man scheitert, wegen der man hofft, haben Sängerin AnNa, Peter Plate und Koautor Ulf Sommer in einem Zwölf-Song-Reigen thematisiert, und auch nicht die hässlichen Seiten wie Neid und Eifersucht ausgelassen. 

"Das gelbe Monster" ist ein schmutziger Casio-Dance mit Nina-Hagen-Anleihen. Rebellisch ist auch die Attitüde beim Auftakt mit "Willkommen". Doch schon danach heißt es "Liebe ist alles", falls man sich nicht "Ausgesperrt" entfremdet. Das hat eine lockere, komisch-ironische Note. Das Duett "Eine Frage des Lichts" spielt schnell, poppig, frech und bewusst albern mit den verborgenen Varianten von Sex alias Liebe. Da bricht das alte Kabarettgefühl der frühen Rosenstolz durch. Manchmal singt sich AnNa neuerdings die Seele aus dem Leib, wenn es um "Ich will mich verlieben" oder um "Ich komm an dir nicht weiter" geht. 

Besonders poetisch, besonders schön, mit getragenen Cello- und Pianotönen ist nicht nur die Zeile "Gib mir mehr Himmel", sondern auch ihr melancholischer, ganz und gar unprätentiöser Gesang. Wenn das Herz brennt, Rosenstolz singt es passend für das nächste Rendezvous, wenn man es nicht selber aussprechen möchte.

- Ingeborg Schober / Amazon
My Colouring Book - Agnetha Fältskog My Colouring Book - Agnetha Fältskog

Agnetha Fältskog ist zurück. 17 Jahre nach ihrem letzten Solo-Album und 20 Jahre nach der Auflösung von Abba präsentiert die immer noch faszinierende Schwedin ihr brandneues Album My Colouring Book. "Die musikalischen Eindrücke meiner Jugend haben ihre Wurzeln tief in meine Seele gegraben," so Agnetha, die bereits vor vier Jahren begann, das Material für My Colouring Book zusammenzustellen. "Meine stärksten Gefühle sind mit den Songs verbunden, die ich in meiner Jugend gehört habe." Und so beschloss sie, mit My Colouring Book nicht den Versuch zu starten, unbedingt "das neue Ding" abzuliefern, sondern stöberte tief in ihren eigenen Erinnerungen, hörte zahllose alte Platten, las Bücher und recherchierte Chartmeldungen der Sixties. Liebevoll stellte sie ein Tracklisting zusammen, das ihre persönliche Entwicklung beschreibt und zugleich einige Sternstunden der Popmusik wieder aufleben lässt. My Colouring Book wurde im legendären Stockholmer Atlantis-Studio aufgenommen -- dort, wo vor dreißig Jahren auch die ersten Abba-Songs entstanden.

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Nanga Parbat - Reinhard Mey Nanga Parbat - Reinhard Mey

Der Titel einer Ballade, die Reinhold Messners Kampf um den schwersten Gipfel der Welt, den Nanga Parbat (in der Übersetzung ´Der Nackte Berg´), schildert, wird dem 23. Studioalbum den Namen geben. REINHARD MEY hat seine Ballade mit dem Einverständnis des legendären Bergsteigers geschrieben und sie ihm und dem Andenken seines Bruders gewidmet. Liebe, Freundschaft, Kameradschaft, Mut, Aufopferung, Triumph und Scheitern, Trost und Menschlichkeit sind die Elemente dieser musikalischen Erzählung, die sich wie Leitmotive auch durch die 12 anderen neuen Lieder dieses Albums ziehen. Ebenso beim Opener des Albums, ´Alles ok in Guantánamo Bay´. 

REINHARD MEY hat noch nie heikle Themen gescheut. Während sich das Gros deutschsprachiger Songautoren mit Floskeln und Platitüden begnügt, hat sich der Berliner Liedermacher präzise Beobachtungsgabe, verbalen Biss und vor allem Zivilcourage bewahrt - Charakterstärken, mit denen er immer wieder aufs Neue beeindruckt. Alles o.k. in Guantánamo Bay gehört gleichwohl zu den schärfsten Songs seines gesamten Schaffens, das immerhin schon mehr als vier Jahrzehnte umfasst. Unerbittlich geht REINHARD MEY hier mit der Selbstherrlichkeit der amerikanischen Regierung ins Gericht, die im kubanischen Guantánamo ein Internierungslager eingerichtet hat, in dem die dort unter Terrorismusverdacht festgesetzten Menschen jeglicher Rechte beraubt sind und unter menschenunwürdigen Bedingungen gefangen gehalten werden. Ein offener Verstoß gegen die Genfer Konvention. Die Leichtigkeit karibischer Klänge, mit denen Mey dieses Lied untermalt, nimmt ihm nichts von seiner politischen Brisanz.

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